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17.07.2022, Oppenheim

Französische Chormusik in der Katharinenkirche

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Der vor 200 Jahren geborene Komponist César Franck, dessen vielfältiges Oeuvre im Musikprogramm der Oppenheimer Katharinenkirche in diesem Jahr im Fokus steht, schuf neben den herausragenden Orgelkompositionen, Bühnenwerken und Kammermusik auch zahlreiche Lieder, Oratorien und geistliche Werke für die menschliche Stimme.

Am Sonntag, dem 17. Juli, um 19 Uhr bringt die Kantorei St. Katharinen unter der Leitung von Propsteikantor Ralf Bibiella Kompositionen des französischen Romantikers zu Gehör und wirft damit ein weiteres Licht auf dessen ausdrucksvolle und klangschöne Tonsprache.

Ein knappes Vierteljahrhundert nach Franck wurde Gabriel Fauré geboren und auch er wirkte bis zu seinem Tode in Paris. Dort war er schon früh als Chorleiter und später als Organist an der Kirche La Madeleine tätig, einem ursprünglich von Napoleon als Ruhmeshalle geplanten klassizistischem Tempelbau, der prädestiniert schien für bedeutende Totenämter der Stadt.

„Nach all den Jahren, in denen ich Begräbnisgottesdienste auf der Orgel begleitet habe, kenne ich alles auswendig! Ich wollte etwas anderes schreiben.“ Und Faurés 1888 uraufgeführtes Requiem ist anders als die vielen Requiemvertonungen seiner Zeitgenossen. Es ist anders in seiner Musik und seiner inhaltlichen Konzeption und es will anders gehört und verstanden werden. Nahezu kammermusikalisch klingt der Chor, der bei der Uraufführung 1888 aus nur 30 Sängern bestand. In seinem zuversichtlichen Charakter findet es kaum Parallelen in der Musikgeschichte. Fauré hat nicht den gesamten Text der Totenmesse vertont. So verzichtet er auf das "Dies Irae", das himmlische Strafgericht und die Androhung der Höllenqualen. Das muss, wie Faurés Schülerin Nadja Boulanger schrieb, für die Amtskirche seiner Zeit ein Skandal gewesen sein, entfiel doch in diesem Werk ein Druckmittel der Kirche, mit dem das gemeine Volk in Angst vor der himmlischen Strafe und damit gefügig gehalten werden konnte. Faurés Bild vom Jenseits ist eine friedvolle Vision, ein Himmel, der alle Schrecken des donnernden Strafgerichts verloren hat. Fauré komponierte eine zarte Revolution, in einer lyrischen und verklärten Atmosphäre. Seine Harmonik geht oft unerwartete Wege, die den Übergang in eine neue, andere Sphäre des Daseins assoziieren. Der Tod ist Erlösung und Eintritt ins Paradies. Fauré wollte nach eigener Aussage ein friedvolles, „vom menschlichen Vertrauen in die Ewigkeit“ kündendes, eben ein „anderes“ Requiem schreiben. Hören Sie diese Komposition voller lichter Momente in einer Zeit, die dieses Licht braucht. 

Infos

Termin
17. 07. 2022 19:00 – 21:00 Uhr
Ort
Katharinenkirche
Katharinenstraße 1
55276 Oppenheim
Kosten
  • 18 Euro, ermäßigt 12 Euro
  • Vorverkauf (sofern möglich) 16 Euro, ermäßigt 10 Euro

Details

Veranst.
Evangelische Kirchengemeinde Oppenheim
E-Mail
kirchengemeinde.oppenheim@ekhn.de

Kategorien

Konzerte


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