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Blüten der Hoffnung

Die ersten blühenden Blumen und Sträucher im Oppenheimer Kirchgarten machen Hoffnung auf ein besseres Jahr. Allerdings ist diese Hoffnung leider zum Teil zusammen mit den Knospen erfroren. Manche Pflanzen, die bei passender Witterung bereits im Winter blühen würden, haben die frostigen Nächte im Februar nicht überstanden. So erging es dem Großen Windröschen (Anemone sylvestris) oder der Chinesischen Winterblüte (Chimonanthus praecox), die im Herbst gepflanzt wurden und schon Blütenknospen hatten. 


Bild 1. Großes Windröschen Anfang Februar, noch vielversprechend.
 

Aber das heißt nicht, dass im Kirchengarten im Vorfrühling gar nichts blüht. Da wären zum Beispiel die Schneeglöckchen: Auf dem Gelände gibt es die heimische Art Galanthus nivalis (wilde und gefüllte Form) und Elwes-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii), das von stattlicherer Erscheinung als die heimische Art ist, oftmals früher blüht und sogar trockener stehen kann. Leider vergrößern sich die Horste von Elwes-Schneeglöckchen viel langsamer als bei Gewöhnlichen Schneeglöckchen.  

 

Bild 2. Galanthus nivalis, gefüllte Form

 

Mein absoluter Liebling ist die Palmblatt-Schneerose (Helleborus foetidus), auch als Stinkende Nieswurz bekannt. Ihre schönen chartreuse-grünen Blüten erheben sich elegant über dem wintergrünen Laub. Die Pflanze ist sehr robust und kommt sogar in problematischen Gartenbereichen wie trockenen Schattenzonen zurecht. 

 

Bild 3. Palmblatt-Schneerose 

 

Zum ersten Mal blühen im Kirchengarten in diesem Frühjahr  Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii) und Kornelkirsche (Cornus mas). Die Sträucher sind noch klein, und man kann sie schwer auf dem Gelände finden, wenn man den Standort nicht kennt. 

 

Bild 4. Winter-Heckenkirsche 

 

Bild 5. Kornelkirsche 

 

Zu Füßen des Feigenbaums kann man das Acker-Goldstern (Gagea villosa) blühen sehen. Die Art ist in vielen Bundesländern (aber nicht in Rheinland-Pfalz) selten geworden und in der Rote Liste Deutschland als "gefährdet" eingetragen. Auf Englisch heißen die Goldsterne "star of Bethlehem". Gagea villosa hat den skurrilen Namen "hairy star of Bethlehem". 

 

Bild 6. Acker-Goldstern

 

In Frühling sollte man besonders aufmerksam im Garten sein. Manchmal entdeckt man eine angenehme Überraschung. Kürzlich habe ich bei Vorbeigehen bemerkt, dass das Gras an der Kirchenmauer wie mit der weißen Farbe bespritzt aussieht. Vandalismus?! Nein, das sind entzückende kleine Blüten von Veilchen. Von irgendwo haben der Wind oder die Ameisen hier Samen hergebracht, und rasch entstand ein kleiner Veilchenflecken im Rasen. Um welche Veilchenart es sich handelt - entweder Viola alba oder die weiße Form von Viola odorata - bleibt noch zu bestimmen. Bestimmung von Veilchen ist eine knifflige Sache, und die Zeit in Frühling fehlt immer... 

 

Bild 7. Viola sp. 

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