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Alle Schattierungen von Lila

Lila ist die Farbe der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Deswegen wurden bei der Entstehung des Kirchengartens vor 15 Jahren bewusst viele Pflanzen eingeplant, die in Lila blühen. Als Gärtnerin pflege ich diese Tradition weiter, und aktuell kann man wirklich viele lila blühende Pflanzen an der Katharinenkirche bewundern.

 

Die Gartenarbeit verleitet zu Philosophie, und wenn man alle diese so unterschiedlichen Blumen sieht, muss man an den biblischen Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth denken, in dem von den unterschiedlichen Gaben der Christen die Rede ist. Der Garten wird zu einer lebendigen Predigt. Jeder kann sich fragen: Bin ich vielleicht wie diese Lichtnelke, deren lila Farbe so leuchtend, so frisch und sogar grell ist? 

 

Oder habe ich grau-lila Blüten und bin von vielen kulturellen Assoziationen geprägt, so wie der Acanthus?

 

Vielleicht bin ich so wie der Pyrenäen-Storchschnabel, mit bescheidenen zarten Blüten, aber so zuverlässig und pflegeleicht? 

 

Sind meine lila Blüten der wichtigste Grund, warum ich hoch geschätzt werde, so wie beim Storchschnabel "Sirak", oder einfach ein unscheinbares Nebenprodukt wie beim Woll-Ziest?

 

Ist mein Lila irgendwie fruchtbar und für jemanden zu nutzen, wie beim Beinwell oder beim Steppen-Salbei?

 

Ist bei mir nur meine Blütenseele lila oder vielleicht schon das ganze "Fleisch und Blut", wie bei einem Sedum?

 

Vielleicht bin ich nur scheinbar lila, unter bestimmtem Lichteinfall, sonst aber, na ja, rosa, wie die Apothekerrose? 

 

"Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen.“ (Röm 1,20) 

 

Anna Packeiser

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